The Chats

Milla Club, München – 19.11.2019

Die Australier The Chats sind mit ihrem Video zu “Smoko” viral gegangen. Klar habe ich damit gerechnet, dass sowas zu einem größeren Publikum verhilft. Dass alle vier Großstadt-Shows in Deutschland ausverkauft sein werden, habe ich nicht geahnt. So stand ich am Vortag ohne Ticket da. Scheiße. Da will ich einmal spontan sein. Doch in der Facebook-Gruppe konnte ich mir glücklicherweise noch zu einem Abendprogramm verhelfen, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Milla Club. Wow, schöner Club und voll ist das hier. Manche Leute tragen Vokuhila-Perücken. Ja, der Sänger hat einen Vokuhila. Ich denke mir meinen Teil und hole mir ein Bier an der Bar. Als Vorband kommen die australischen Kollegen von Crocodylus auf die Bühne. Hier ist von allem etwas dabei. Punk, Classic-Rock, ein paar Gitarren-Solos, eine Prise australischer Humor. Dem Publikum gefällt das und alle sind mehr als gut gelaunt. So weit so gut.

Als dann The Chats die Bühne betreten, wird mir plötzlich klar, was hier gerade passiert. Das Phänomen der Viralität im Netz lässt sich ja aus vielen Augenwinkeln betrachten. In diesem Fall hat es dafür gesorgt ein Publikum für Punk-Musik zu gewinnen, das zumindest rein optisch nicht diesem Genre zugewandt zu sein scheint. Ich vermute, dass gerade deshalb die typischen Live Show Phänomene wie Pogo und Stage Dives gleich doppelt so stark ausgelebt werden. Jeder will jetzt einen kleinen Atemzug vom Punk, während die drei lässigen Bandmitglieder auf der Bühne ihren musikalischen Wortwitz über den Milla Club schmettern. Schon lange habe ich nicht mehr ein solch energiegeladenes Publikum erlebt. Schweißnass und ein Bier im Minus (Ein Schubser von hinten war gemein) ziehe ich beflügelt weiter und freue mich darüber, dass ich dieses Konzert mitgenommen habe.

Fazit:

Punk ist nicht tot.

vor 5 Jahren